BEŁCHATÓW

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Kraftwerk Belchatow


Das Kraftwerk BEŁCHATÓW befindet sich in Zentralpolen, ca. 60 km südlich der Stadt ŁÓDZ. Die erste Baustufe wurde im Zeitraum 1981 bis 1988 in Betrieb genommen. Dieser Teil des Kraftwerks besteht aus 12 Blöcken, die zunächst für eine Leistung von 370 MW ausgelegt waren. Im Rahmen der Modernisierung seit 2005 wird die Leistung der Blöcke schrittweise auf 380 MW (Blöcke 3-6) bzw. 390 MW (Blöcke 78-12)  erhöht. Durch Maßnahmen, wie Anhebung des Heißdampfdruckes, der Dampftemperaturen und Verbesserung der inneren Turbinenwirkungsgrade konnte der Blockwirkungsgrad um mehr als 2 % Punkte auf > 40 % erhöht werden.


Die Turbine in der urspünglichen Ausführung wurde von BBC entwickelt. Die Modernisierung erfolgte durch die polnische ALSTOM-Tochter Elbląg. Das Kesselkonzept geht auf die Firma Sulzer zurück. Es handelt sich um einen Zwangumlauf-Dampferzeuger mit Abscheideflasche als Trenngefäß. Bei der Moderisierung wurde bei einigen Dampferzeugern ein Teil des Verdampfers als Überhitzer umgeschaltet, um die geforderten Dampftemperaturen zu erreichen (Verdampfer-Trennung, realisiert bei den Blöcken 3, 4, 5, 11 und 12).


Im Jahre 2010 wurde am Standort ein weiterer Block mit einer Leistung von 833 MW errichtet. Dieser Block ist im Wesentlichen baugleich mit den Blöcken des Neubaukraftwerkes Schwarze Pumpe. Bereits vor der Errichtung dieses Blockes war das Kraftwe BEŁCHATÓW mit einer Leistung von  4.440 MW das größte Braunkohlekraftwerk der Welt. Mit der Inbetriebnahme des 13. Blockes (offizielle Bezeichnung: Block 14) und der Leistungssteigerung der modernisierten Blöcke stieg die Leistung auf insgesamt. 5.433 MW. Es ist damit das drittgrößte Kohlekraftwerk der Welt.


Die Versorgung der Blöcke mit Kohle erfolgt aus den Tagebauen Kleszczów und Szerszczów. Die Sohle des Tagebaues Kleszczów hat bereits eine Tiefe von 300 m erreicht. Da das Umgebungsniveau bei ca. 200 m liegt, befindet sich diese bereits 100 m unter dem Meerespiegelniveau. Bei der Kohle handelt es sich um eine tertiäre Weichbraunkohle, die den Lausitzer Kohlen aus Nochten und Jänschwalde sehr ähnlich ist. Bei dem Kohlevorkommen handelt es sich um eine Gabenlagerstätte, die durch Salztektonik entstanden ist.


Weitere Informationen findet ihr in meiner Veröffentlichung vom Kraftwerkstechnischen Kolloquium 2011.


Fotos: Eigene Aufnahmen 2010