JÄNSCHWALDE

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Kraftwerk Jänschwalde

 

Das Kraftwerk müsste eigentlich nach der Stadt Peitz benannt sein. Aber, wie so häufig, ist es nach einem nahezu unbekannten Ort benannt. Mit einer Leistung von 3.000 MW war es das größte Braunkohlenkraftwerk in der DDR. Das Kraftwerk entstand im Zeitraum von 1976 bis 1988. In technischer Hinsicht ist es der Nachfolger der nahezu baugleichen Anlagen Hagenwerder III und Boxberg III. Diese Anlagen bestehen aus 1.000 MW Bausteinen, die als separete Einheiten konzipiert sind. Die Bausteine beinhalten jeweils 4 Dampferzeuger mit einem Dampfmassestrom von 815 t/h und 2 Dampfturbinen mit einer Leistung von 500 MW. Entgegen einem früheren Beschluß, wurden die Dampferzeuger nicht aus der UdSSR importiert, sondern vom eigenen Kesselhersteller "VEB Dampferzeugerbau Berlin" geliefert. Die von der Leningrader Maschinenfabrik gelieferte Turbine hatte als Besonderheit den giftigen Stoff IWWIOL als Lageröl im Einsatz Dieses ist schwer entflammbar, was einen Turbinenbrand verhindern sollte. Inzwischen ist der Stoff wegen seiner Gefährlichkeit durch mineralisches Lageröl ersetzt worden.

Ursprünglich waren pro Block 2 x 815 t/h Dampf erforderlich, um 500 MW zu erzeugen. Nach umfangreichen Modernisierungsmaßnahmen an den Hochdruck-, Mitteldruck - und Niederdruckteilen sind jedoch heute nur noch ca. 2 x 750 t/h für die gleiche Leistung erforderlich. Zu Beginn der 1990er Jahre wurden Entschwefelungsanlagen installiert und die Rauchgase werden seit dem über die Kühltürme abgeführt.

Die vorhandenen 300 m Schornsteine wurden mit einer speziellen Technologie und eigens für diesen Fall entwickelten Spezialmaschinen komplett abgetragen. Als Brennstoff wird wie bei allen Kraftwerken der Lausitz Rohbraunkohle eingesetzt. Diese wird in den Tagebauen Jänschwalde und Cottbus-Nord gefördert.

Inzwischen hat der sich der schwedische Konzern Vattenfall aus der Braunkohleverstromung in der Lausitz zurückgezogen und die Kraftwerke Jänschwalde, Boxberg und Schwarze Pumpe an den tschechischen EPH Konzern (Energetický a Průmyslový Holding) verkauft. Innerhalb dieses Konzerns bilden die genannten Kraftwerke und die Lausitzer Tagebaue die Tochterfirma LEAG (Lausitz Energie Bergbau AG und Lausitz Energie Kraftwerke AG).

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