KAIRO

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Am 15. April reisten wir von Marsa Alam mit Egypt Air wieder nach Kairo zurück. Wir quartierten uns im Hotel Arabia ein, das sich unweit vom Zentrum auf einer Nilinsel befindet. Von unserem Zimmer im 10. Stock aus hatten wir auch einen schönen Ausblick auf den Nil. Zwischen den Hochhäusern auf der gegenübeliegenden Seite konnte man bei guter Sicht sogar die Pyramiden von Giseh sehen. Das alles hatte aber auch Nachteile: Bis in die späte Nacht fuhren lärmende, mit bunten Lampen geschmückte Ausflugsboote auf dem Nil. War man dann endlich eingeschlafen, so wurde man schon gergen 04:30 Uhr vom Ruf des Muezzin geweckt. Der Verkehr in der 22 Millionen-Einwohner-Metropole Kairo ist einzigartig: Es gibt kaum Ampeln. Dafür wird aber viel gehupt und es wird jeder verfügbare Verkehrsraum ausgenutzt. Nach unserer Ankunft besichtigten wir zunächst einen Straßenbasar auf derr gegeüberliegenden Seite des Flusses. Für den Abend hatten wir eine Bootsfahrt auf dem Nil mit Essen und Trinken gebucht. Es gab sogar ägyptischen Wein. Außer uns waren auf dem Boot nur eine einzige ägyptische Familie sowie Reisegruppen aus China und Russland. Nach dem Menü wurden ägyptische Musik, Bauchtanz und Derwischtänze zelebriert.

Am 17. April besuchten wir das ägyptische Nationalmuseum, das sich am Tahir-Platz befindert. Dieser Platz hatte eine zentrale Rolle bei den Revolutionen in den Jahren 2011 und 2013 gespielt. Das Gebäude der Mubarak-Partei ist immer noch ausgebrannt und der Platz muss durch schwer bewaffnete Einheiten gesichert werden. Das Museum ist von außen in gutem Zustand, aber im Inneren läßt doch einige zu wünschen übrig. Auf den Vitrinen liegt Staub und die Beschriftungen sind wegen der schlechten Lichts oft schwer zu lesen. Dennoch kan man als Ägypten-Fan viele Zeugnisse einer einzigartigen alten Kultur bestaunen. Insbesondere die Exponate aus dem Grab von Tut Ench Amun , dem Sohn des Echnathon und der Norfretete, sind sehenswert. Diese wurden nach etwa 3.500 Jahren nahezu unversehrt ausgegraben und zeigen die ganze Pracht ägyptischer Königsgräber.

Am Nachmittag besuchten wir noch die Zitadelle von Kairo . Diese wurde in der Zeit von Sultan Saladin im 12. Jahrhundert als Schutz vor den Kreuzrittern errichtet. Im Jahre 1824 wurden einige Gebäude bei einer Pulverexplosion zerstört. Auf dem so frei gewordenen Platz wurde die Muhamed-Ali-Moschee errichtet (1824-1884). Muhamed Ali (Pascha) stammte aus der Makedonischen Hafenstadt Kavala. Seine Herkunft (anatolisch oder albanisch) ist umstritten. Muhamed Ali verfolgte seine Gegner gnadenlos. So ließ er insbersondere die Mameluken in eine Falle locken, wo diese von seinen Truppen hingemetzelt wurden. Bei seinen militärischen Exkursionen war er mit seinen gut organisierten albanischen Hilftruppen sehr erfolgreich. Nur durch Intervention des Westens gelang es, das Osmanische Reich vor einer Eroberung durch Muhamed Ali zu bewahren. Er wurde daraufhin zum Vizekönig von Ägypten ernannt, was einere faktischen Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich gleichkam. In der Innenpolitik setzte er sich für die Modernisierung des Landes ein. Vewaltung und Justiz wurden nach europäischem Vorbild umgebaut und eine eingene Textilindustrie wurde geschaffen.

Die Muhamed-Ali-Moschee (auch Alabaster-Moschee genannt) wurde von einem griechischen Baumeister entworden. Als Vorbild diente die Blaue Moschee von Istanbul. Im Inneren der Mosche befindet sich noch heute das Grab von Muhamed Ali.