2016-ELBRUS

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Rußland 2016 - Reise zum Kaukasus und nach Moskau

 

Es ist umstritten, welcher Berg der höchste Europas ist - der Mont Blanc in den Alpen oder der Elbrus im Kaukasus. Da ich bis zum September 2016 noch über ein Rußland - Visum verfügte, nutzte ich dieses, um mich bei Summi-Climbfür die Besteigung des Elbrus anzumelden.

Am Samstag, den 20. August startete das Unternehmen. Leider hatte mein Flug mit Mongolean Air von Berlin nach Moskau bereits 4 Stunden Verspätung. So erreichte ich zwar Moskau, verpasste aber den Anschlussflug nach Mineralniye Vody. In Moskau angekommen quartierte ich mich im Hotel Park Inn am Flughafen Scheremetjewo ein. An nächsten Tag ging es dann bereits um 7:40 Uhr weiter. Den Flug nach Mineralniye Vody hatte ich bereits am Vortag telefonisch umgebucht. In Mineralniye Vody erwartete mich ein Fahrer. Das hatte Liza (Elisabeth Pahl) organisiert, die ich ebenfalls bereits in Berlin informiert hatte. Im Verlaufe der Reise stellte sich heraus, dass notwendigen organisatorischen Dinge ausschließlich über Liza liefen.

Mit einem neuzeitlichen Lada fuhren wir dann in Richtung Kaukasus. Die Landschaft um Mineralniye Vody ist flach bis wellig. Nur einzelne Karstberge ragen steil aus der Landschaft. Die Fahrt geht zunächst durch eine Gegend, die durch Landwirtschaft geprägt.ist. Auf den Feldern und Plantagen werden Getreide, Sonnenblumen und Äpfel angebaut. Nach einer etwa einer Stunde fahren wir in das Baksan-Tal ein. An den Bergflanken sind Sandsteinfelsen zu sehen. Entlang der Straße gibt es zahlreiche Dörfer. Immer wieder stehen frei herumlaufende Kühe an oder auf Straße. Die Berge werden ganz allmählich immer höher. Hinter der Bergarbeiterstadt Tirnaus sind bereits die ersten schneebedeckten Gipfel des Kaukasus zu sehen. Der imposante Gletscher des Tscheget rückt immer näher. Nach etwa 3 Stunden und 150 km Fahrt erreichen wir Tereskol. Nun sind es nur noch wenige Kilometer bis zum Ende der Straße im Wintersportort Asau.

Im Hotel "Tschiran" treffe ich meine Mitreisenden leider nicht an, da diese bereits auf dem Berg eine erste Tour unternehmen. Ich enschließe mich deshalb, mich in der Nähe des Ortes etwas umzusehen. Nach dem Besuch eines Lokals gehe ich zum Fluß und wandere bis zu einem kleinen Wasserfall. Danach ist der Weg dann leider gesperrt. Ich gehe im Ort zurück und fahre mit der Seibahn bis zur Station "Mir". Danach wandere ich noch bis zum Lager "Gara-Baschi". Hier kann ich bereits einige imposante Fotos vom Doppelgipfel des Elbrus aufnehmen. Anschließend wandere ich den Skipisten entlang zum Dorf zurück. Das erweist sich als nicht ganz einfach, da zweimal ein Schmelzwasserabluss überquert werden muss. Pünktlich zum Abendessen erreichte ich das Hotel, wo ich auf die anderen Mitglieder unseres Teams treffe. Es sind: Armin und Marcel aus Deutschland, Christoph aus Österreich, Fabian aus der Schweiz, Ulas aus der Türkei sowie Adam aus Australien.

Am nächten Morgen kommt Liza. Sie hat auch die Köchin Lena mitgebracht. Wir packen die Sachen und nehmen die Verpflegung für die kommende Woche mit. Wir gehen zur alten Kabinenbahn und fahren zur Station "Stary Krugosor". Danach geht es mit einem alten Sessellift bis zur Station "Gara-Baschi". Dort beziehen wir unser Quartier in einer Container-Berghütte. Gleich daneben in einem weiteren Container befindet sich unsere Küche. Unsere Hütte hat 2 Schlafräume mit je 4 Doppelstockbetten. In einem der Räume schlafen wir, im anderen eine russische Reisegruppe. Liza hat eine eigene kleine Hütte. Beim Essen sind wir oft zusammen mit der russischen Gruppe sowie 2 Franzosen.

Am Dienstag unternehmen wir eine Wanderung zu den Pastuchov-Felsen. Der Aufstieg auf etwa 4.800 Meter Höhe dauert etwa 3 Stunden. Das Wetter ist hervorragend. Immer wiederm gibt es interessante Ausblicke. Der Rückweg zum Lager dauert nur eine Stunde. Am Abend, fast zeitgleich zum Sonnenuntergang, braut sich im Westen ein Gewitter zusammen.

Heute waren die beiden Franzosen auf dem Gipfel. Dieser war in den Morgenstunden überwiegend in den Wolken. Aber es gab offensichtlich keine Probleme, den Berg zu besteigen. Für uns ist heut ein Ruhetag vorgesehen. Liza überprüft unsere Ausrüstung und ersetzt bei Bedarf ungeeignetes Material. Wieder gibt es am Abend ein Gewitter.

Gegen 23:30 Uhr stehen wir auf und nehmen ein kleines Frühstück ein. Bereits an der Küche legen wir die Steigeisen an. Danach warten wir auf den Pisten-Bully, der uns zu den Pastuchov-Felsen bringen soll. Dort beginnt gegen 1:00 Uhr die Wanderung. Auf etwa 5.000 Meter Höhe finden wir einen defekten und eingeschneiten Pisten-Bully. Dann geht es mit nur 2 kurzen Pausen bis zum Sattel. Dort beginnt es zu dämmern und die ersten Sonnenstrahlen beleuchten des Westgipfel des Elbrus. Wir essen und trinken etwas und setzen unsere Wanderung zum Gipfel fort. Nach etwa 6 Stunden Aufstieg haben wir den 5.642 Meter hohen Gipfel erreicht. Das Wetter ist traumhaft. Schnell werden ein paar Fotos aufgenommen. nach ewa 1/2 Stunde beginnen wir mit dem Abstieg. Auf dem Sattel verabschieden sich Marcel und Armin von uns. Sie steigen mit Alim, einem balkarischen Bergführer, zur Nordseite ab. Der Abstieg ist nun einfach aber doch ziemlich anstrengend für die Oberschenkel. Für Ulas, der Probleme hat, wird ein Snowmobile bestellt, der ihn von den Pastuchov-Felsen abholt. Der Rest der Gruppe wandert weiter bis zum Lager, das um 11:00 Uhr erreicht war. Wir bleiben nun noch eine Nacht hier oben, da im Hotel unten in Poljana Asau kein Hotelzimmer für uns gebucht ist. Ulas steigt bereits ab, da er sich noch mit Bekannten in Moskau treffen will.

Am nächsten morgen packen wir die Sachen und fahren zusammen mit Lena mit der Seilbahn ins Dorf. Unten beginnt es stark zu regnen. In einer Regenpause gehen wir ins Dorf um etwas zu essen und ein Bier zu trinken. Zurück im Hotel spielen wir noch etwas Pool-Billard und trinken dabei reichlich Wodka. Am Abend treffen noch Marcel und Armin ein, die von ihrem Abstieg auf der Nordseite berichten. Auf großer Höhe hatten sie einen toten Mann gefunden, der seit dem Vortag bereits vermißt worden war. Er hatte sich offensichtlich von der Gruppe getrennt und ist vermutlich an einem Hirn-Ödem gestorben. Diese schreckliche Nachricht hat uns doch sehr nachdenklich gemacht und gezeigt, das der Elbrus auch ein sehr gefährlicher Berg sein kann. Beim weiteren Abstieg bis auf etwa 2.000 Meter Höhe hatten Marcel und Armin noch Alims Sommerbehausung besucht.

Am Samstag trafen wir uns noch einmal mit Liza. Da wir noch Zeit bis zu unserem Abflug haben, empfielt sie uns, noch eine Nacht in Pjatigorsk zu verbringen. Adam und Stephan fahren bereits früh nach Mineralniye Vody. Marcel bleibt noch ein paar Tage in Poljana Asau. Ich fahre dann etwas später mit Armin und Fabian nach Pjatigorsk, wo wir kurz noch auf Stephan treffen.

Unser Quartier beziehen wir im alten Intourist-Hotel. Danach erhalten wir noch eine kleine Stadtführung von einem Bergführer, der mit uns mitgereist ist und hier in Pjatigorsk studiert hat. Die Stadt wurde erst 1780 gegründet. Die Anlage der Straßen folgt einem Plan, der von 2 aus Italien stammenden Brüdern entworfen wurde. Die Stadt ist wegen der vorhandenen Thermal- und Mineralquellen ein beliebter Kurort. Es gibt noch zahlreiche Kurhäuser aus der Zarenzeit, die schon fast alle renoviert worden sind. Bald verabschiedet sich Christoph von uns, der noch heute nach Moskau fliegt. Am Abend gehe ich noch mit Armin und Fabian in ein Restaurant, um bei einem Bier den Abend ausklingen zu lassen.

Am Morgen des 28. August hat Armin bereits seinen Transfer für den Rückflug. In Verlaufe des Vormittag fahre ich dann mit Fabian nach Mineralniye Wody, von wo aus wir mit verschiedenen Maschinen unseren Rückflug antreten. In Moskau werde ich abgeholt und fahre zum Hotel "Matrjoschka", das sich unmittelbar an der Lubljanka befindet. Um 16:00 Uhr treffe ich im Hotel auf meine Stadtführerin Nadja. Sie spricht deutsch und arbeitet in einem Radisson-Hotel. Nadja zeigt mir die Moskauer Innenstadt und erkläert mir die Stadtgeschichte. Obwohl ich bereits 1977 zum ersten mal Moskau besucht habe, erfahre ich viel Neues. Nach dem wir uns einige Stunden lang die Füße plattgelaufen haben, verabschiedet sich Nadja, die heute noch zum Salsa-Tanz gehen möchte.

Da mein Rückflug erst am Nachmittag startet, besuche ich am nächsten Tag den Roten Platz, der gestern wegen einer Veranstaltung geschlossen war. Heut sind unzählige Chinesen auf dem Platz. Vor jedem Bauwerk wird ein Selfie aufgenommen, das man zu Hause im Reich der Mitte den Freunden und Verwandten präsentieren wird. Ich schlendere etwas ziellos durch die Gegend und fotografiere eine Schaar Spatzen, als plötzlich die Stimme von Christoph neben mir erklingt. Es bleibt nur Zeit für eine kurze Begrüßung, da mein Taxifahrer bereits im Hotel wartet. Am späten Nachmittag fliege ich dann über Riga nach Berlin zurück.