2011-TANSANIA

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Tansania 2012 - Reise zum Arusha-Nationalpark und Besteigung des Kilimandscharo

 

Da der dienstliche Tourismus meinen Reisedrang noch nicht vollständig befriedigt, gehe ich auch privat ab und zu auf Tour. Im Jahre 2011 hatte ich beschlossen, den ehemals höchsten Berg Deutschlands zu besteigen - die "Kaiser-Wilhelm-Spitze" in Ostafrika. Der Berg trägt heute die viel schönere Bezeichnung "Uhuru-Peak". Der Name stammt aus der lingua franca Ostafrikas - dem Swahili. Er bedeutet "Freiheitsspitze" und ist allgemein bekannt unter dem Namen Kilimandscharo, was in der gleichen Sprache "Berg in den Wolken" bedeutet. Das erste Name ist ein schöner Traum, der für Afrika in Erfüllung gehen möge - der zweite steht für eine metereoligische Realität.

 

Der Vorrede sei nun genug. Am 6. August 2011 ging es endlich los. Herr Hunold, der Gründer von Air Berlin hatte eine enge Beziehung zu Ostafrika, so dass man von Berlin aus in 9 stündigem Direktflug schon Mombasa / Kenia errreichen konnte. Meine Frau und meine Tochter hatten kein Interesse am Berg, so dass ich noch am selben Tag mit einer kleinen Turboprop-Maschine der Fluggesellschaft "Precision Air" weiterflog. Von Mombasa aus gelangte ich zuerst nach Sansibar und dann nach Dar es Salaam (zu deutsch: Hafen des Friedens). Auf dem Flughafen der größten Stadt Tansanias verbrachte ich fast den gesamten Nachmittag, bis endlich der Flug nach Arusha zum Kilimandscharo Airport weiterging. Dort holte mich ein Fahrer ab und brachte mich in das 60 km entfernte Moshi, wo ich mich im Basislager des Reiseveranstalters Afromaxx einquartierte.

Für den 7. August hatte ich eine Tagessafari in den Arusha-Nationalpark gebucht, der sich nur 65 km von Moshi entfernt befindet und einer der kleinsten Nationalparks Tansanias ist. Mein Fahrer Sarleh war gläuber Moslem und konnte auf Grund des aktellen Ramadan den ganzen Tag lang nichts essen und trinken. Eine bewundernswerte Leistung, zumal er sehr engagiert und stets guter Laune war.

 

Zuerst ging es zu einer Wiese, wo zahlreiche Wildtiere wie im Zoo herumstanden - Warzenschweine, Zebras, Wasserböcke, Büffel u.v.a.m. Dann ging es mit dem Jeep in den Wald, wo wir bald auf Colobusaffen trafen. Es handelt sich dabei um eine streng geschützte Art von Halbaffen, die sich von Blättern und Früchten ernährt und selten die Bäume verläßt. Dann trafen wir in einer steppenartigen Landschaft auf zahlreiche Giraffen. Später ging es von einer Hügelkette hinab zu einigen Seen. Hier gab es unzählige Wasservögel zu sehen - und auch ein Nilpferd. Am Abend war im Schein der Abendsonne der schneebedeckte Kibogipfel zum ersten mal zu sehen.

Bevor die Wanderung zum höchsten Berg Afrikas begann, verblieb mir ein weiterer Tag, den ich nutzte, um mir ein afrikanisches Dorf anzusehen. Mit Matatu (ostafrikanische private Kleinbuslinien) und meinem Führer David fuhr ich in das in das etwa 25 km entfernte Dorf Marangu, das sich am Fuße des Kilimandscharo in etwa 1.300 m Höhe befindet. Wie jeden Dienstag, war Markt in Marangu, so dass man echtes afrikanisches Leben hautnah erfahren konnte. Zunächst besuchten wir den Markt, wo neben landwirtschaftlichen Produkten insbesondere auch Handwerkserzeugnisse angeboten wurden. Danach zeigte mit David noch ein paar Häuser und Gärten und erklärte mir die afrikanischen Anbaumethoden. Da die Gegend auf Grund der Höhenlage ein kühles und feuchtes Klima aufweist und die vulkanischen Böden sehr fruchtbar sind, wird jeder Flecken Erde sehr intensiv genutzt. Interessant sind die Mischkulturen. In der Höhe wachsen die Stauden von Kochbananen, darunter Kaffeesträucher und am Boden Möhren, Kartoffeln und anderes Gemüse. Vom Ortsrand aus wanderten wir zunächst durch einen Wald aus Kiefern, der so auch hätte in Brandenburg stehen können. Anschließend folgten wir einem Flußlauf, der in ca. 1.500 m Höhe in einem Wasserfall endete. Nach dem Picknick zur Mittagszeit kehrten wir um. Dann zeigte mir David noch ein traditionelles Grashaus seines Volkes, der Wachagga. Er selbst wurde noch im Jahre 1959 in einem solchen Haus geboren. Zum Abschluß besuchten wir ein Restaurant, wo wir Gegrilltes mit Kochbananen aßen und ein kühles Serengeti-Bier tranken.

Am 10. August begann dann unsere Exkursion zu dem Berg, der sich einst "Kaiser-Wilhelm-Spitze" nannte und als höchster Berg Deutschlands galt. Der Leipziger Verlegersohn Hans Mayer (Lexikon) hatte im Jahre 1889 als Erster den höchsten Berg Afrikas bestiegen. Bei der 100-Jahr-Feier der Erstbesteigung im Jahre 1989 war der einzige Afrikaner, der an der Erstbesteigung teilgenommen hatte, der 117 jährige Yohani Kinyala Lauwo anwesend.

 

Da ich gelesen hatte, dass eine erfolgreiche Gipfelbesteigung eher mit einer längeren Tour zu erreichen ist, hatte ich die Lemosho-Route gewählt. Leider war ich bei Afromaxx der Einzige, der diesen Termin gewählt hatte. Aus diesem Grund bestand das allein für mich bereitgestellte Team aus meinem Füher David, dem Koch Augusti und 4 Trägern.

 

Zuerst fuhren wir zur westlichen Seite des Kilimandscharo. Die Fahrt ging entlang an Feldern und Dörfern. Allmählich wurde die Strecke staubig und trocken. Immer wieder trafen wir auf Leute aus dem Volk der Massai mit ihren Viehherden. Mit dem Jeep durchquerten wir auf staubigen Pisten ihre Dörfer. Schließlich erreichten wir in einem Gebiet, wo man Plantagen bewirtschaftete das Londorosso-Park-Gate. Hier galt es sich einzutragen. Die gesamte Ausrüstung wurde gewogen, damit nichts auf dem Berg zurückgelassen wird. Nach einer abenteuerlichen Fahrt gelangten wir schließlich zu dem auf 2.200 m gelegenem Ausgangspunkt unserer Wanderung.

 

Die erste Wanderung ging durch den Wald. Bereits nach 3 1/2 Stunden ereichten wir auf 2.800 m Höhe das Mkubwa Camp. Die Träger waren bereits da und hatten die Zelte errichtet. Bald gab es Kaffee und selbst hergestelltes Popkorn. Doch bereits kurz nach dem Abendessen um 19:00 Uhr wird es schnell kühl und dunkel, so dass nicht übrigbleibt, als im Zelt schlafen zu gehen.

Die nächsten Tage ging es dann zu den Camps Shira2, Barranco, Karanga und Barafu. Letzteres liegt bereits auf einer Höhe von 4600 Metern. Von dort aus brachen wir um Mitternacht auf, um den Kibogipfel zu besteigen. Gegen 6:45 Uhr hatten wir unser Ziel erreicht. Auf dem Rückweg konnte man dann endlich die mächtigen Gletscher sehen, obwohl diese in den letzten 100 Jahren um 80 % geschrumpft sind. Gegen 10:00 Uhr waren wir zurück im Barafu-Camp. Dort konnte man sich für etwa 2 Stunden ausruhen. Danach gab es Mittagessen . Danach erfolgte der Abstieg auf das auf 3100 Mertewrn Höhe gelegene Umbwe-Camp. Dort erhielten der Bergführer, der Koch und die Träger das Tipping von mir. Da sie offensichtlich damit sehr zufrieden waren, sangen sie für mich allein noch das Kilimandscharo-Trägerlied. Am nächsten Tag ging es dann zurück nach Moshi ins Basislager von Afromaxx. Am Nachmittag lud ich dann den Bergführer David, den Koch Augusti und die Träger zu einem Abschiedsessen in ein Restaurant ein. Am übernächsten Tag flog ich zurück nach Kenia, wo ich zusammen mit meiner Frau und meiner Tochter tauchen ging.