FELSEN

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Was das kleine Bergland von Königshain so interessant macht, sind die Granitfelsen.  Von den über 100 ehemals vorhandenen größeren Felsen sind in Folge des Granitabbaus leider nur noch wenige übriggeblieben.  Die größten davon sind die Felsformationen auf dem Hochstein, sowie der Totenstein und der Teufelstein.  Auch auf dem Limasberg bei Liebstein gab es einst  einen großen Felsen. Dieser wurde im 19. Jahrhundert abgebaut und für den Bau des Neißeviaduktes in Görlitz verwendet.


Der interessanteste Felsen ist sicherlich der Totenstein. Bereits im 18. und 19. Jahrhundert wurde er von verschieden Künstlern abgebildet. Zahlreiche archeologische Funde belegen die Besiedlung des Ortes von der Bronzezeit bis zum frühen Mittelalter, also bis   deutschen Kolonisation der Oberlausitz. 



Nachfolgend zeige ich einige Aufnahmen von den noch verbliebenen Felsen der Königshainer Berge. Der Totenstein konnte früher nur über einen schmalen Kamin betreten werden, was den Personenkreis der Gipfelbesteiger schon einschränkte. Heute gibt es von der westlichen Seite aus eine Stahltreppe, die der Schmied Günter Voigt auf eigene Kosten in der 1980er Jahren errichtet hat. Auf dem Felsen findet man auch ein paar Vertiefungen, die der österreichische Astronom  Josef Hopmann als Sternbild Orion gedeutet hat. Von weiteren archeologischen Spuren ist heute nichts mehr zu sehen. Immerhin wird der Felsen, wie auch der Felsen auf dem Hochstein und die beiden Teufelsteinfelsen für den Klettersport genutzt.


Einige der  Felsen auf dem  Hochstein können schon seit dem 19ten Jahrhundert bequem über eingehauene  Stufen bestiegen werden. Man erreicht dann auf dem Gipfel eine kleine Felsplatte, wo man durch eine Balustrade am Absturz gehindert wird.  Die beiden westlichen Felsen hingegen können nur von ganz Mutigen oder Bergsteigern mit Kletterausrüstung bestiegen werden. Auf dem sogenannten Schachmannturm hat man eine gusseiserne Plakette zu Ehren des preussischen Königs Friedrich Wilhelm des IV angebracht, der im Juni 1844 den Hochstein besuchte. Er stellte auch den Totenstein unter Schutz und übergab ihn  den Ständen der Oberlausitz mit der Auflage, Nichts zu verändern. Der Totenstein wurde dadurch zum 2. Naturdenkmal (nach den Externsteinen im Teuitoburger Wald) das in Deutschland unter Schutz gestellt wurde.


Von seiner Höhe und Ausdehnung her  sind die beiden Teufelsteine durchaus mit dem Totenstein und den Felsen auf dem Hochstein vergleichbar. Der große Teufelstein kann mit leichter Kraxelei, Schwindelfreiheit vorausgesetzt, ohne technische Hilfmittel betreten werden. Oben findet man Verwitterungen, die in der Sage nach als Schere, Nadel und Zwirn des Teufels betrachtet werden. Dieser hatte sich nämlich über die  Errichtung der  Kirche von Nieder-Seifersdorf erbost. In seiner Wut hatte er die Kirchtumspitze übersehen und sich während des Fluges die Hose zerrisen. Auf dem Teufelstein hat er dann die Anzugsordnung mit schneiderischem Können wiederhergestellt.