SCHLOSS

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Die Ursprünge des Ortes Königshain gehen auf das 13. Jahrhundert zurück. Nach archeologischen Funden siedelten noch bis zum 12. Jahrhundert slawische Siedler die Gegend. Später wurde die Gegend, die im Mittelalter im Einflussbereich der Bömischen Dynastie der Przemysliden lag, immer mehr von deutschen Siedlern kolonisiert. Die Aktivitäten der Böhmischen Königsfamilie in der Oberlausitz wurden intensiviert. So belegt ein noch heute im Original vorhandenes Dokument die Gründung des Klosters "Marienthal" in Ostritz im Jahre Jahre 1234 durch Kunigunde, der Gemahlin Königs Wenzels von Böhmen.

 

In Königshain wurde ein Jagdschloss für die böhmische Königin errichtet. Als "der Königin Hain" wurde deren Jagdgebiet bezeichnet. Aus dieser Epoche blieb der sogenannte "Steinstock" erhalten, der zu einer als Wasserschloss konzipierten größeren Anlage gehörte. Nach mehreren Besitzerwechseln kaufte im 16. Jahrhundert der Görlitzer Kaufmann Hans Frenzel das Schloss. Er ließ im Jahre 1541 in unmittelbarer Nähe des Steinstockes ein kleines Renaissance-Schloss errichten. Auch am Steinstock wurden Veränderungen vorgenommen. So wurde ein Portal und Fenster im Renaissance-Stil eingebaut. Hans Frenzel war ein echter "self-made-man", der es geschafft hatte, aus einer Weißgerber Familie entstammend, zu Geld und Ansehen zu gelangen. Hans Frenzel, der ein sehr gläubiger Mensch und von Beruf Tuchhändler war, hat auch eine Autobiografie verfasst. Sein Sohn wurde geadelt und nannte sich "Joachim von Königshain".

 

Im Jahre 1660 kaufte Ernst Moritz von Schachmann das Gut. Von Schachmann war für August den Starken, den sächsischen Kurfürsten und König von Polen tätig. Sein Sohn Carl Adolph Gottlob von Schachmann floh gemeinsam mit seiner Mutter, um einer militärischen Ausbildung zu entkommen, nach den Niederlanden. Die Mutter starb während er Flucht auf Grund der Anstrengungen im sogenannten Hungerwinter. Carl Adolph schloss sich der protestantischen Reformbewegung des Reichsgrafen von Zinzendorf an (Herrnhuter Brüder-Unität). Zahlreiche Reisen führten ihn nach Frankreich, England und Skandinavien. Nach dem Tod des Vaters übernahm er auch das Gut Königshain, wo er das Barockschloss errichten ließ (1764-1766). Adoph von Schachmann war ein aufgeklärter Adliger, der Mitglied der Oberausitzer Gesellschaft der Wissenschaften war und sich als Schriftsteller, Zeichner und Numismatiker betätigte.

 

Adolph von Schachmann hatte keine Kinder. Das Schloss erbte deshalb sein Neffe Carl Heinrich Ludwig von Heynitz. Die Familie von Heynitz blieb der Tradition Adolph von Schachmanns treu und war im Ort sehr beliebt. Noch mein Großvater hat in den 1920er Jahren auf dem Gut der Familie von Heynitz gearbeitet.

 

In den letzten Kriegstagen des 2. Weltkrieges wurde das Schloss als Hauptverbandsplatz für die immer näher rückende Front genutzt. Viele Soldaten erlebten das Kriegsende jedoch nicht mehr. Sie starben und wurden im Schlosspark auf zwei Kriegerfriedhöfen begraben.

 

Die Familie von Heynitz erlitt nach dem 2. Weltkrieg ein trauriges Schicksal. Dietrich und Ruth von Heynitz wurden vertrieben.

Adolph von Schachmann war sowohl in naturwissenschaftlichen, als auch künstlerischen Dingen sehr bewandert. So hat er sich bereits bei der Konzeption des Barockschlosses mit dem Blitzschutz beschäftigt. Über die erste Installation einer Blitzschutzanlage auf Königshainer Gut berichtet der Naturforscher Johann Samuel Traugott Gehler in seinem Werk "Physikalisches Wörterbuch" (siehe Seite 9). Danach ereignete sich ein kurioser Vorfall: Nachdem am 23. August 1782 auf 2 Scheunen Blitzableiter montiert wurden, schlug noch am selben Tag ein Blitz in zwei nur wenige Meter entfernte 100-jährige Linden ein.

Über die Ergebnisse seiner archeologischen Forschungen schreibt er in seinem Buch "Beobachtungen über das Gebirge bey Königshain". Auch einige Zeichungen und Gemälde von ihm blieben erhalten (siehe unten).

Glücklicherweise ist der Könighainer Schlosskomplex nach 1990 nicht in die Hände eines Investors gefallen, der vielleicht ein Golf-Hotel errichtet hätte. So haben die Königshainer mit viel Angagement "ihr" Schloss für die Öffentlichkeit erhalten. Es gibt mehrere Museen, ein Kaffee, das von Ulf im Renaissanceschloss (in der "Schwarzen Küche") betrieben wird und natürlich auch den geplegten und wunderbaren Park. Weiter Informationen zum Königshainer Schloss findet man auch auf der Abbildung in der "Sammlung Duncker".