STEINBRUCHMUSEUM

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In Königshain  gibt es (bei nur 1.300 Einwohnern) mehrere Museens. Das größte davon ist das Steinbruchmuseum, das auch einen Lehrpfad beinhaltet, der durch eine reizvolle Landschaft führt und wo man inmitten der Natur immer wieder Zeugnisse des Steinbruchbetriebes findet.  Die Gründung des  Museums geht auf den ehemaligen Steinbrucharbeiter Lutz Neugebauer zurück, der immer noch in einem kleinen Häuschen in der Nähe des Museums wohnt. 

Die systematische Gewinnung von Granit begann in den Königshainer Bergen vor ca. 200 Jahren. Die Hochzeit  dieser Industrie düfte der Zeitraum von 1850 bis 1960 gewesen sein. Zuerst erfolgte die Gewinnung mit manuellen Methoden und die Steine wurden mit Pferden über eine Rampe aus dem Steinbruch hezogen. Solche Gewinnungsmethoden erkennt man noch beim Rubelbruch und dem Müllerbruch. Mit zunehmender Industrialisierung wurden immer effektivere Methoden eingesetzt. Der Fels wurde nun durch Sprengungen vom Untergrund gelöst. Der Abtransport der Steine aus dem Steinbruch erfolgte mit Laufkatzenanlagen. Für das Einbringen der Bohrlöcher wurden nun druckluftbetriebene Bohrer genutzt. Die Drucklufterzeugung erfolgte in zentralen Kompressorstationen. Für die Verteilung war ein Netz von Druckluftleitungen installiert, das bis in die Talsohle der Steinbrüche führte.

Zunächst erfolgte in unmittelbarer Nähe des Steinbruchs   eine erste Verarbeitung der Steine in den sogenannten "Hundelbuden". Die  Hundelbuden waren an der Vorderseite  offen. Dadurch  waren die Arbeiter das ganze Jahr über der Witterung ausgesetzt. Vom Berg aus gelangte der Stein über eine Bremsbahn zum Lagerplatz, der sich in der Nähe des Bahnhofs Königshain-Hochstein befand. In der Nähe des Lageplatzes gab es ein Verwaltungsgebäude und auch die Pflastersteinproduktion, in der auch mein Vater viele Jahre gearbeitet hat.

Zum Steinbruchbetrieb gehörten auch mehrere Schmieden, wo insbesondere die Werkzeuge aufgearbeitet wurden. Die Steinbruchbetriebe verfügten im 20. Jahrhundert auch über ein umfangreiches Netz von Gleisanlagen, auf denen mit kleinen Dieselloks die mit Steinen gefüllten Loren transportiert wurden.

Vor dem 2. Weltkrieg gab es in Könighain 2 Steibruchbetriebe. Links der Hochsteinstrasse befanden sich die Steinbrüche der Firma ehemaligen Firma Könisgberger und auf der rechten Seite die der Firma C. C. von Thaden. Nach dem Krieg wurde die beiden Steinbrüchbetriebe zusammengelegt und in den "VEB Granitwerke Arnsdorf" integriert. Im Jahre 1975 wurde der Steinbruchbetrieb eingestellt. Die Anlagen wurden größtenteils demontiert und die Natur konnte sich das Terrain zurückerobern. Langsam füllten sich die Steinbrüche mit Wasser und wurden für das Baden oder das Felsenklettern nutzbar. 

Vor Kurzem ist ein Dokument der  Königshainer Granitwerke Bruno Jenichen GmbH gefunden worden, das sich im Besitz des Museums befindet und für Forschungszwecke ausgewertet wird.